Aus dem Rathaus

Das neue Försterhaus in Reute

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,
 
Stück für Stück nimmt die Neue Ortsmitte Reute Gestalt an. Der Bebauungsplan für die Erweiterung nördlich von Kirch- und Raiffeisenstraße ist rechtskräftig, das Umlegungsverfahren wird noch vor Weihnachten ebenfalls abgeschlossen sein. Mit den Erschließungsarbeiten kann nach dem Jahreswechsel begonnen werden. Auch der Spatenstich für das Altenpflegeheim wird im kommenden Jahr stattfinden können. Ein Ärztehaus ist in Planung, gleiches gilt für unseren Dorfplatz und die einhergehende Umgestaltung der angrenzenden Straßenbereiche.
 
Am kommenden Wochenende können wir nach dem carl-caspar-Haus und den neuen Jugendräumen nun eine weitere Einrichtung der Neuen Ortsmitte ihrer Bestimmung übergeben, das Försterhaus.
Herzlich lade ich Sie ein, den Tag der offenen Tür am Sonntag zu nutzen, sich das umgestaltete Anwesen anzusehen und auch die verschiedenen Ausstellungsbereiche zu besuchen.
 
Gleich drei völlig verschiedene Ausstellungen erwarten Sie, machen aber gleichzeitig den neuen Reiz des Försterhausgeländes aus.
Unter der Überschrift „Die Vielfalt eines Malers“ sind im Dachgeschoss der ehemaligen Scheune Arbeiten aus dem Lebenswerk des Kunstmalers Reiner Strub ausgestellt. Viele Jahrzehnte hat Reiner Strub bis zu seinem Tod in Reute gelebt und gearbeitet. Wir können uns glücklich schätzen, auf einen Großteil seiner Werke für Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen zurückgreifen zu können. Zur Eröffnung haben wir uns für einen bunten Querschnitt entschieden, der die ganze Vielfalt und Virtuosität von Reiner Strub aufzeigt. Bilder, Zeichnungen, Aquarelle und Collagen… schon die Bilderauswahl hat uns eine Ahnung davon gegeben, welche ungeheure Vielfalt er uns hinterlassen hat und welche Vielzahl an Möglichkeiten der Präsentation sich bietet. Mein herzlicher Dank geht an Nikolay Strub und seine Mutter Ute Strub, die uns bei der Auswahl der Bilder, den zugehörigen Texten und dem Arrangement der Ausstellung eine große Hilfe waren.
 
Im ehemaligen Wohnhaus des Areals ist eine nicht minder vielfältige und qualitativ hochstehende Puppen- und Puppenstubenausstellung untergekommen, die ihresgleichen sucht. Mit der Sammlerin, Frau Hiltrud Münker, hat die Gemeinde einen langfristigen Leihvertrag geschlossen, so dass ein dauerhafter Ausstellungsbetrieb möglich ist. Ich freue mich sehr, dass Frau Münker, die ihren Lebensmittelpunkt zwischenzeitlich zu einem ihrer Söhne verlagert hat, am Wochenende mit der ganzen Familie an der Eröffnung teilnehmen wird.
 
Im ehemaligen Tabakschopf sowie dem einstigen Wagenstall haben wir schließlich Möglichkeiten gefunden, dem Heimatmuseum im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Heimat zu geben. Hier sollen zukünftig wechselnde Ausstellungen aus dem vielfältigen Bestand des Heimatmuseums Reute stattfinden. Ich bin selbst gespannt darauf, was dort alles zu entdecken sein wird. Mit Frau Rosa Pfefferle sowie dem unermüdlichen Arbeitskreismitglied Johannes Siegel, der selbst im Försterhaus groß geworden ist, haben sich zwei gleichermaßen kreative wie handwerklich begabte Protagonisten gefunden, die der Arbeit rund um das Heimatmuseum neues Leben eingehaucht haben. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle.
 
Vom überraschend möglichen Erwerb des Anwesens im Jahr 2011 bis zur Umsetzung der umfangreichen Vor- und Umplanungen war es ein langer Weg. Grundsätzlich ermöglicht wurden Erwerb und Umbau durch die hohe Zuschusssituation im Rahmen des Landessanierungsprogrammes und später im Bund-Länder-Programm für kleinere Städte und Gemeinden. Durch den vorhandenen Denkmalschutz auf den Gebäuden wurde eine Bezuschussung von letztlich 51 % erreicht.
 
Mein Dank gilt daher sowohl den Landtags- und Bundestagsabgeordneten wie auch dem Regierungspräsidium Freiburg für ihre Unterstützung. Gleiches gilt für unsere langjährigen Projektbegleiter von der Kommunalen StadtErneuerung GmbH, die uns immer kompetent beraten haben, die uns viele Wege und Arbeiten abgenommen haben und mit denen wir über lange Jahre hinweg eine menschlich angenehme sowie vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegen durften.
 
Von Beginn an vor schwierige Entscheidungen gestellt, waren Verwaltung und der Gemeinderat in seiner jeweiligen Besetzung. Immer wieder wurden nur die nächsten naheliegenden Schritte beauftragt, um Kontrolle über das Projekt zu behalten, um nicht plötzlich Verpflichtungen eingegangen zu sein, ohne das Ende zu kennen. Heute können wir feststellen, dass wir alle selbst auferlegten Vorgaben vollständig eingehalten haben, in allererster Linie natürlich den selbst gesteckten Kostenrahmen von rd. 1,8 Mio. Euro. Jedes einzelne Gewerk wurde an seinem jeweiligen Anteil der Kostenberechnung abgeglichen. War dieser überschritten, wurde überlegt, was und wie eingespart oder verändert werden kann, um das Gesamtbudget einzuhalten. Waren Mehrkosten nicht zu vermeiden, so wie bei den Außenanlagen, was übrigens auf die in meinen Augen völlig überzogene Vorschriftenlage zurückzuführen ist, mussten Einsparungen in anderen Gewerken her. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit von Architekten, Planern, Handwerkern, Fachfirmen sowie dem Gemeinderat und der Verwaltung ist dies gelungen, was bei einer derartigen Größenordnung eigentlich nicht möglich ist. Herzlichen Dank an alle Beteiligten für dieses großartige Miteinander.
 
Letztlich wäre das Försterhaus aber nicht denkbar gewesen, wenn nicht sehr viele Enthusiasten bereit gewesen wären, unendlich viel Zeit und Arbeit zu investieren. Zuvorderst zu nennen ist Architektin Susanne Pietsch. Ihr Vater, Peter Pietsch, hatte bereits vor 2011 Konzeptstudien zu einer Ausstellungseinrichtung im ehemaligen Farrenstall gefertigt und die ersten Überlegungen für das Försterhaus angestellt. Nach seinem Tod hat Susanne Pietsch diese Arbeit fortgeführt, hat mit dem eingesetzten Arbeitskreis die Überlegungen vertieft, verfeinert, teilweise wieder verworfen, neu aufgesetzt und dem Projekt nach und nach eine unglaubliche Qualität verpasst. Ihr ehrenamtlicher Einsatz, den sie neben der erfolgten offiziellen Beauftragung in das Försterhaus investiert hat, lässt sich nicht hoch genug wertschätzen.
Ihr gebühren unser aller Dank und unsere Anerkennung.
Für die Umsetzung der Arbeiten hat sie die Freiburger Architekten Katrin Lenz und Hubert Maier – Lenz ins Boot geholt, die sich ebenfalls vollständig auf dieses besondere Gebäudeensemble eingelassen haben.
 
Aus dem Arbeitskreis hat sich im April 2015 der Verein Kultur im Försterhaus e.V. gegründet. Was die Aktiven rund um die Vorsitzende Christina Schmitz und ihren Stellvertreter Patrick Geppert seither auf die Beine gestellt haben lässt sich erahnen, wenn man sich vor Augen führt, wie das Gelände vorher ausgesehen hat und wie es heute besichtigt werden kann. Die gesamten Ausstellungsbereiche sind tatsächlich in ehrenamtlicher Arbeit entstanden. Von den Bildwänden in der ehemaligen Scheune, über die Ausstellungseinrichtung und die Präsentation der Puppenstubenausstellung bis hin zu den Einbauten und den liebvollen Kleinigkeiten im Bereich des Heimatmuseums – alles wurde in Eigenleistung erstellt. Zuvor wurde das Gelände entrümpelt, gesäubert und aufgeräumt, für die durchgeführten eigenen Veranstaltungen aufwändig und liebevoll dekoriert. Dies alles, um zu zeigen, was im und rund um das Försterhaus alles möglich ist. Eine Energieleistung, die ebenfalls nicht hoch genug geschätzt werden kann und vor der ich mich tief verneige.
 
Abschließend danke ich nun allen Beteiligten noch einmal herzlich. Den Planern und den ausführenden Handwerkern, allen Aktiven des Vereins Kultur im Försterhaus e.V. sowie allen weiteren ehrenamtlich Beteiligten, den Nachbarn für Ihre Geduld, den Vertretern aus Behörden und der Politik, den Gemeinderäten, den beteiligten Verwaltungsmitarbeitern, all denen natürlich, die uns am Wochenende im Rahmen der Eröffnung unterstützen und schließlich bei allen, die ich bei dieser Aufzählung nun vielleicht doch vergessen habe.
 
Das Försterhaus ist ein Teil der Neuen Ortsmitte. Es soll als Treffpunkt dienen und auf vielfältige Weise genutzt werden. Das Außengelände wird öffentlich zugänglich sein, es soll zum Verweilen, zum Austausch einladen. Im Erdgeschoss der Scheune ist ein Versammlungsraum entstanden, der mit einer Küchenzeile ausgestattet ist und in der Zukunft gemietet werden kann. Dort können Besprechungen ebenso stattfinden wie Vorträge, Lesungen, Tagungen, Trauungen oder Veranstaltungen, die uns von Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger noch vorgeschlagen werden. Ob Häkelkurs oder Schachtreff, sprechen Sie uns an…
 
Ich freue mich, Sie am Sonntag im Försterhaus begrüßen zu dürfen und verbleibe bis dahin
 
mit freundlichen Grüßen
 
Michael Schlegel
Bürgermeister