![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Die Familie HarschDie Familie Harsch, in Reute von 1605 bis zum Umzug nach Holzhausen 17571578 erhalten die Brüder Andreas und Michael Harsch einen Wappenbrief. Den Adelstitel haben die Harsch nie bekommen. Die Harsch erlangten freiherrlichen Status und waren im vorderösterreichischen Ritterstand immatrikuliert. Der 30jährige Krieg (1618 bis 1648)Dieser Krieg hatte für Reute verheerende Folgen. Isoliert und umgeben von protestantischen Nachbarn waren sie den Anfeindungen schutzlos ausgesetzt. 1632 fallen die Schweden in unsere Gegend ein. Sie hatten es auf katholische Orte abgesehen, somit auch auf Reute. Der Krieg ging über Reute hin und her, am Ende kämpfte jeder gegen jeden. Hunger und Seuchen kamen hinzu, diese forderten mehr Tote als durch Kriegshandlungen. 1634 wurde das Schloss der Herrschaft Harsch in Brand gesteckt und als Vergeltung wurde Langendenzlingen von den Österreichern niedergebrannt. Von vormals 29 Häusern in Reute standen, nach einer Überlieferung, nur noch 5, die Felder waren mit Gestrüpp überwuchert und die Buchenhecken waren zu Bäumen gewachsen. Oberreute schien von den Menschen verlassen worden zu sein. Nach dem Ende des bis dahin für Europa schlimmsten Krieges setzte im 18. und 19. Jh. eine Wiederbesiedlung der Orte ein. Der so genannte Holländische Krieg, der von dem französischen König Ludwig XIV angezettelt worden war, begann 1672. 1740 trat die Habsburgerin Maria Theresia die Regentschaft an. Die kriegsbedingte Zerrüttung und Verarmung der Dörfer im 17. und frühen 18. Jh. führten zu wachsender Verschuldung auch der Herrschaft, zu zahlreichen Prozessen und eine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit den Reutemer und Holzhausener Untertanen. Unter Maria Theresia wurde die Auswanderung nach Ungarn stark gefördert, um dieses unter der habsburgischen Krone stehende und durch Krieg entvölkerte Land wieder zu besiedeln. Laut Regierungsbeschluss von 1754 hatten die Auswanderungswilligen 5% Abzugsgeld ihres Vermögens und noch 1% an die Herrschaft Harsch abzuführen. Schlossbrand1757 brannte das Schloss erneut ab. Es war bei der Vorbereitung zu einem Gastmahl in der Küche zum Überspringen des Herdfeuers ins Pfannenfett gekommen, welches sich zu einem verheerenden Feuer ausbreitete. Sämtliche Lagebücher und Steuerregister sind dabei vernichtet worden. Der damalige Grundherr Joseph Judas Thaddäus Harsch war nicht in der Lage, den Wiederaufbau zu bewerkstelligen und zog nach Holzhausen, wo die Familie noch ein zweites Schloss besaß. Auch hier steht an der Einfahrt ein Nepomuk. Der Sohn von Ignaz, Joseph Thaddäus, hatte wenig Interesse an seinen Gemeinden und versuchte, diese 1754 zu verkaufen, was ihm jedoch nicht gelang. Gemarkungsgrenzen von 1762 Die 1762 vorgenommene Grenzfestlegung schien auf Veranlassung der umliegenden Gemeinden vorgenommen worden zu sein, denn die Steine sind nach außen steinmetzmäßig gut ausgearbeitet, hingegen ist an der Innenseite, also Reute zugewandt, das Andreaskreuz der Harsch und ein R für Reute in z.T. dilletantischer Weise nachträglich angebracht worden. Haus der GeschichteDas Haus der Geschichte Baden-Württemberg beschäftigt sich mit der Geschichte von Baden, Württemberg und Hohenzollern seit 1800. Nachrichtendienst für HistorikerNichts ist älter als die Zeitung von gestern: Nach diesem Grundsatz versorgt der Nachrichtendienst für Historiker (NFH) mit einer täglichen Presseschau. |